Veröffentlicht am Fr., 26. Feb. 2021 12:54 Uhr

Die Pandemie und der Lockdown zerren an den Nerven vieler Menschen – auch in unserer Gemeinde. An zahlreichen Stellen versuchen wir, unser Gemeindeleben unter den gegebenen Umständen wach und lebendig zu halten. Nun hat unser Kirchenmusiker eine Projektidee, die die Gemeinde in diesen Zeiten digital versammeln und zusammenbringen kann und schon auf die Zeit nach der Pandemie verweist, auf die wir alle hoffen: „Captain Noah and his floating zoo“ - eine Jazz-Kantate als Pandemieprojekt. Für alle, egal ob groß oder klein, jung oder alt, in Halensee wohnend oder nach Übersee ausgewandert, wie Christian Hagitte im Interview erläutert.

Lieber Christian, die Kirchenmusik ist wohl der Arbeitsbereich in unserer Gemeinde, der am stärksten von den Einschränkungen der Pandemie betroffen ist. Trotzdem schaffst Du es seit einem Jahr immer wieder, starke Akzente zu setzen. Was ist die Idee bei der digitalen Kantate?

Mein Gedanke bei diesem Projekt ist, dass wir in diesen schwierigen Zeiten des „Social Distancings“ unserer Gemeinde die Möglichkeit geben, Gemeinschaft zu erleben; erlebte Gemeinschaft, die sogar nicht gegen die sich wöchentlich ändernden Regularien verstößt. Nach langem Überlegen, in der aktuellen Situation ein passendes Musikprojekt zu finden, kam ich auf ein Werk, bei dem ich als Schüler an unserem Gymnasium mit Begeisterung teilnehmen durfte.

Es ist die Kantate „Captain Noah and his floating zoo“, die den meisten wohl nicht bekannt sein dürfte. Was ist das für ein Stück?

Es ist eine Jazz-Kantate, die von Joseph Horowitz komponiert wurde, der Text stammt von Michael Flanders. Das 1970 entstandene Stück erzählt mit reizendem britischem Charme die Geschichte von Noahs Arche: unter Sambaklängen marschieren die Tiere in das Boot, die große Angst vor dem Zukünftigen wird mit einem ernsten Jazz-Riff beschrieben, und zum Dank für die Rettung erklingt eine emotionale Hymne.

Das passt inhaltlich in diese Zeit. Aber beim Wort Kantate werden wohl einige zurückschrecken. Viel zu schwer und dann noch in Onlineproben!

Gerade nicht. Die Kantate ist größtenteils einstimmig verfasst. Sie wirkt durch die originellen musikalischen Ideen und Melodien. Deshalb ist sie für die jetzige digitale Situation wie gemacht und verspricht amüsante Zoomproben, in denen ich die Kantate jeden Montag von 19.15 bis 20.15 einstudieren werde, mit der Aussicht, „Captain Noah and his floating zoo“ irgendwann, wenn die Vorgaben es wieder zulassen, dann gemeinsam aufzuführen.

Es ist also eine Einladung, nicht nur an Deine üblichen Projektteilnehmer, sondern an die ganze Gemeinde?

Ja, und darüber hinaus. Neben den vielen Einschränkungen in der gegenwärtigen Situation ergibt sich ein interessanter Gedanke: Bei den digitalen Proben kann und darf es „global“ zugehen; sprich alle Menschen, die wollen, können überregional teilnehmen. Alle, die Lust darauf haben, sind eingeladen, mit uns in See zu stechen. Ich freue mich schon sehr!

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