Veröffentlicht am Mo., 14. Feb. 2022 13:41 Uhr

Über die Bedeutung des Fastens und die Versuchungen Jesu

Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste. Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. So kurz und knapp lesen wir im Markus-Evangelium, was nach der Taufe Jesu geschieht. Der Himmel öffnet sich und Gottes Geist erfüllt Jesus. Gott ist ihm ganz nahe, er spürt, dass Gottes Liebe ihm gilt wie einem Sohn, dass Gott Besonderes mit ihm vor hat.

Darum geht Jesus in die Einsamkeit, in die Wüste und fastet dort, wie es an anderer Stelle heißt.

Fasten im weltlichen Sinne heißt einfach „nichts essen“, manchmal auch „nichts trinken“. Das kann vor einer medizinischen Untersuchung oder zum Abheilen von Krankheiten kurzfristig notwendig sein.

Sprachgeschichtlich ist das Wort „fasten“ auch mit „festmachen, bekräftigen, bestätigen“ verwandt. Schon seit Tausenden von Jahren haben Menschen aus religiösen Gründen gefastet. Sie wollten fester im Glauben werden, sich ohne Ablenkung ganz auf Gott konzentrieren und mit Gott reden, zu ihm beten.

Später hat sich die Bedeutung gewandelt, detaillierte Fastengebote wurden formuliert und ihr Einhalten wurde zur Pflicht, ihre Missachtung wurde von Kirche und Obrigkeit bestraft. Es ging nicht mehr in erster Linie um Nähe zu Gott, sondern um Gehorsamkeit gegenüber menschlichen Machthabern.

So kam es im Zuge der Reformation auch zu absichtlichen und öffentlichen Verstößen gegen die Speiseregeln in der Passionszeit. Berühmt ist das öffentliche Wurstessen während der Fastenzeit 1522 in Zürich, einer geplanten Provokation und symbolische Demonstration der evangelischen Freiheit im Sinne von Zwinglis Predigten und Luthers Bibelverständnis. In Basel wurde wenig später mit einem Spanferkel-Essen ebenso verfahren.

Heutzutage denken viele beim Stichwort „fasten“ an Diäten, an Schlankheit und Schönheit. Es geht dabei wieder um menschengemachte Regeln und darum, seinen Körper selbst zu gestalten, manchmal bis hin zur krankhaften Magersucht.

Das ist aber nicht der Grund, warum viele evangelische Christen heute wieder über das Fasten nachdenken. In diesem Jahr soll die Frage des Fastens und ein guter Umgang damit unser Thema in den Passionsandachten sein. Wie hängen Einfachheit, Teilen und Verzicht mit Gottesnähe zusammen?

Ein zweiter Themenkomplex gehört dazu: Von Jesus wird berichtet, dass er nach seiner 40tägigen Einkehr in der Wüste „vom Satan in Versuchung geführt wurde“. Auch dazu wollen wir unsere Gedanken vorstellen: Womit wurde Jesus in Versuchung geführt und wie hat er sich gewehrt? Was kann uns in Versuchung führen? Ist das Essen eines Stücks Sahnetorte eine Sünde?

Kommen Sie zu unseren Passionsandachten, denken Sie gemeinsam mit uns darüber nach und wenn Sie Lust haben, diskutieren Sie mit uns. Die Termine finden Sie auf der Rückseite der Zeitung oder auf der Website der Gemeinde.

Astrid Witten (für das Team) 

Termine der Passionsandachten:

Freitag, 11. März, 18:00 Uhr       Was bedeutet fasten für uns?

Freitag, 18. März, 18:30 Uhr       Taizé-Andacht

Freitag, 25. März, 18:00 Uhr       Wir feiern ein besonderes Abendmahl.

Freitag, 08. April, 18:00 Uhr       Was kann uns in Versuchung führen?

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