Veröffentlicht am Do., 28. Nov. 2019 13:41 Uhr

Wie Gemeinde Heimat wird.Zwei Erfahrungsberichte.

Sabine Bodineck

Vor zwei Jahren führte mich mein Weg aus Wolfsburg nach Berlin. Mein Mann war seit vielen Jahren an Parkinson erkrankt und in den letzten Jahren intensiv pflegebedürftig. Meine Schwiegertochter, die hier mit meinem Sohn und meiner Enkeltochter lebt, hatte für ihn einen Pflegeplatz in Havelhöhe gefunden. Sechs Monate später verstarb er.

Während dieser Zeit wohnte ich zunächst bei meinen Kindern und einer Cousine. Acht Monate später bekam ich dann eine eigene Wohnung in der Paulsborner Straße. So kam ich in das Umfeld der Halenseegemeinde und ging dort zum Gottesdienst. 

Kurze Zeit später las ich in der Hochmeisterzeitung eine Einladung zur „Goldenen Konfirmation“. Dies nahm ich zum Anlass, persönlichen Kontakt zu der Gemeinde aufzunehmen. Die Vorbereitungsgespräche haben mich sehr angesprochen. Frau Benus-Dreyer hat dieses Fest für mich zu einem besonderen Ereignis gemacht.

Gefreut habe ich mich auch über die Geburtstagsbriefe der Gemeinde und die Einladung zu einer gemeinsamen kleinen Geburtstagsfeier. Die Segenswünsche darin kommen von einem meiner Lieblingsdichter. 

In Wolfsburg habe ich viele Jahre im Kirchenvorstand mitgearbeitet, so dass mir eine Bindung zu einer Gemeinde immer wichtig war und ist. Dort habe ich auch in der Kreiskantorei gesungen.

So entstand mein Wunsch, wieder in einem Chor zu singen. Dies konnte ich aus Zeitgründen über viele Jahre nicht mehr tun. Als ich in der Hochmeisterzeitung von einem Gospelworkshop las, dachte ich, dies sei vielleicht eine gute Gelegenheit. Tatsächlich: die Atmosphäre im Chor war freundlich und entspannt und das Singen machte sehr viel Freude.

Am Ende dieses Workshops fragte mich ein Chormitglied, ob ich Lust hätte, im HochmeisterProjektchor mitzusingen. Seit diesem nächsten Montag im September 2017 habe ich vielleicht zwei Chorproben versäumt, die Atmosphäre ist einfach wunderbar!

Christian Hagitte lebt Musik und überträgt diese Leidenschaft auf den Chor. Seine offene, freundliche und humorvolle Art motiviert immer wieder neu, unser Bestes zu geben. Das Erarbeiten der unterschiedlichen musikalischen Werke, die Phasen des Erarbeitens und Lernens berühren mich tief. Das empfinde ich als ein großes Geschenk.

Die Mitwirkung beim Anatevka Projekt im letzten Jahr war eine große Freude und Bereicherung für mich. Nun freue ich mich auf die Uraufführung der Missa Popularis im August. 

Im Chor habe ich nach kurzer Zeit Menschen kennengelernt, denen ich heute auf besondere Weise verbunden bin. Sie bedeuten inzwischen ein Stück Heimat für mich, die ich in dieser Form so sehr selten erlebt habe.

Das ist das andere große Geschenk.

Ich bin Gott dankbar, dass er diesen Platz für mich ausgesucht hat.

Sabine Bodineck
   

Dagmar Schmattorsch

Seit vielen Jahren gehe ich in die Hochmeisterkirche zum Gottesdienst. Zu Beginn sehr sporadisch und seit ein paar Jahren immer regelmäßiger. Die Predigten von Frau Zohren-Busse und später von Frau Benus-Dreyer sprachen mich an. Dazu erklang eine Musik, die anders als bisher aus Gottesdiensten gewohnt, lebendig und mit eigener Botschaft ihre eigene Sprache hatte. Sie ergänzte und unterstrich Botschaft und gesprochenes Wort in vorher nicht erlebter Weise.

Zusammen genommen machte mir beides Mut, mich den Menschen, die sich hier zum Gottesdienst zusammen fanden, ein wenig zu nähern. Ein ums andere Kirchencafé später waren ein paar Worte gewechselt und manch kleiner Kontakt geknüpft. Ich fragte nach der Teilnahme am Bibelkreis, besuchte einen damals angebotenen Glaubenskurs und nahm an einem Gospelworkshop teil.

Der nächste Schritt war die Teilnahme am HochmeisterProjekt Anatevka. Was für eine aufregende Sache! So ein großes Vorhaben - nur mit Laien? Die Chorproben waren voller Leben und Bewegung. Das Zusammen-Erarbeiten mit vielen jungen und älteren Menschen, ihr Engagement und ihr Einsatz vor und hinter den Kulissen bewegten mich.... Das kraftvolle Leiten durch Christian Hagitte und Sabine Maaß, ihre unermüdliche Präsenz... Das Aufbauen der Bühne nach Studientag an der Uni und Arbeit, Ju, Pauline und Vicky, Logistik und Termine, Antonia und Mella...das sind nur einige Namen 

Dann trat Christian an mich heran, ob ich nicht im Orchester Akkordeon spielen möchte. Nach Betrachten der Noten war klar: unmöglich! Ausgeschlossen! Einige unruhige Nächte später schnallte ich mein Akkordeon um und tastete mich vorwärts. Tonartwechsel ohne Ende und großer Vorzeichenreichtum machten es zu einer zeitintensiven Arbeit, die mich mehr und mehr fesselte. Üben, üben, üben füllte die Tage...

Dann war es soweit ....

Mein Herzenswunsch, einmal Teil eines Orchesters zu sein, ... er ging in Erfüllung. Ich danke Dir Christian, mit Deinem Vertrauen in meine Fähigkeiten hast DU dies möglich gemacht, - ein großes Glück! 

Mit diesem kleinen Eindruck meiner Erfahrungen möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bei Euch allen „Gemeinde Hochmeisterkirche“ bedanken. Namen, wenn ich sie nenne, stehen für ein großes Ganzes, Gemeinsames.

Bedanken will ich mich für eine lebendige und vielfältige Gemeinde, deren Teil ich sein kann. Bedanken für jedes freundliche Wort, das „Gesehen werden“ auf der Straße, Bärbel. Bedanken für den Einsatz von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, mich beeindruckt das. Sehr! Und macht mir Mut. Offenheit und Toleranz, Weite und Raum zum Leben und Atmen, all das habe ich gefunden bei Euch, liebe Astrid, Dorothea, Eveline... an diesem Ort.

Alles verbunden mit einer ernsthaften Suche nach dir, Gott! Danke!

Dagmar Schmattorsch

 

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